»Bauzeit« von Aron Pielka

Bauzeit

Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein ist ein deutscher rechtsextremer Online-Aktivist, der rassistische, islamfeindliche und antifeministische Inhalte verbreitet und wegen Volksverhetzung inhaftiert war.
[Wikipedia, abgerufen am 20.12.2025]

— So lesen wir es bei Wikipedia. Übersetzt heißt das: Pielka ist ein patriotischer Dissident, der den Niedergang seiner Heimat und Kultur umfassend wahrnimmt und ihm u.a. als Youtuber aktiv entgegentritt. Wegen regierungskritischer Meinungsäußerungen brachte ihn eine politisierte Justiz neun Monate hinter Gitter.

In seiner Gefängniszeit entstand ein fünfhundertseitiges Buch, das ich sehr gerne zur Lektüre empfehle. Stellenweise in einem schnoddrigen Jugendjargon geschrieben, der aber wunderbar zur Knastatmosphäre paßt, gewährt der Autor einen tiefen Einblick in die bunte Realität des Justizvollzugswesens der späten Bundesrepublik Deutschland. »Bunt« bezieht sich nicht nur auf die Knastpopulation, sondern auch auf die Weltanschauung der mit Resozialisierung beschäftigten Pädagogen und Psychologen. Was deren Bemühungen angeht, urteilt der Autor hart, aber wahrscheinlich realistisch: »Es gibt Menschen, die kann man nur abschrecken oder strafen; an denen sind Versuche einer grundsätzlichen Wesensänderung vergeudet. Es gibt Menschen, die kann man verändern, aber nicht mit Methoden, die der bestehende Strafvollzug vorsieht, sondern mit nicht maßlos, aber bedeutend härteren.«

Pielka beschreibt mit drastischen Worten seine Verhaftung von der Straße weg: »Diese kranken Schweine. Alter. Dieser menschliche Abfall. Die haben mich auf nem Spaziergang mit meinem Sohn überfallen, 15 Mann, teils in Skimaske. Die nehmen mich ihm weg, wegen verfickter Youtube-Videos. Und zwar nicht irgendwelche Terroranleitungen oder Neonazisachen, wegen scheiß Migrationskritik.«

Die Wut über seine ungerechte Behandlung bricht hier aus ihm heraus. Und das ist sehr gut nachvollziehbar, weil das rechtsstaatliche Prinzip der Verhältnismäßigkeit offenkundig mit Füßen getreten wurde. Daß besonders im Kontext von Meinungsdelikten in »unserer Demokratie« mit zweierlei Maß gemessen wird, verdeutlicht der Autor mit Verweis auf den Hofnarren des polit-medialen Establishments, Jan Böhmermann. Der hatte im Frühsommer 2024 vor laufender Kamera eine halbe Stunde damit verbracht, AfD- und FPÖ-Politiker als weltanschauliche Erben Hitlers hinzustellen, um die Sendung dann mit den Worten »statt Nazikeule vielleicht einfach mal ein paar Nazis keulen« abzumoderieren. Juristische Folgen hatte dieser offenkundige Mordaufruf allerdings keine. Was darf Satire? In Deutschland alles, aber nur wenn man links-bunt ist!

Die Knast-Welt ist in vielerlei Hinsicht ein Abbild der gesellschaftlichen Realität: Besonders in westdeutschen Anstalten gehören Multikulti-Konflikte und Drogenkonsum zum Alltag. Pielka beobachtet genau und arbeitet das Zeitgeistige wie das Überdauernde der JVA-Kultur wunderbar heraus. Seine Psychogramme haben mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. In den deskriptiven Teil flechtet er gekonnt Reflexionen über grundsätzliche Themen wie Demographie, Liberalismus, Religion, Moral und das Anlage-Umwelt-Problem ein.

Anfangs von Resignation heimgesucht, gewinnt der »Neu-Knacki« schnell an innerer Souveränität, die ihm hilft, eine gesunde Renitenz zu entwickeln. Wenige Monate nach seiner Inhaftierung wird aus dem »armen Schwein, das alles getan hätte, um zu Frau und Kind zurückzukommen«, eine Abrißbirne im Herzen der deutschen Justiz, die sich hier genau am richtigen Ort fühlt – wie sich der Autor ausdrückt. Am Widerstand reift und wächst hinter Gittern ein junger Mensch zu einer Persönlichkeit, das wird beim Lesen erfahrbar.

Und so ist es nicht verwunderlich, daß Aron Pielka ein Buchabschluß gelingt, der mir lange im Gedächtnis bleiben wird:

»Was mich betrifft: Ich scheine okay zu sein, jedenfalls gibt es keine klaren Anzeichen für das Gegenteil, Alpträume oder so. Genaugenommen fällt mir gerade auf:
Ich habe auch hinter Gittern nie vom Gefängnis geträumt, nicht ein einziges Mal. Ich war immer frei.“

Björn Höcke Portrait

Herzlich willkommen auf meinem Blog. Machen Sie sich ein eigenes Bild und lesen Sie aus erster Hand, für welche Werte ich stehe und welche Politik ich umsetzen will.

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