Tauziehen um die Linkenmühlenbrücke

Es ist ein Thüringer Politikum, das aber pars pro toto für die in der ganzen Republik verbreitete Schildbürgerpolitik steht. Es geht um den Neubau der Linkenmühlenbrücke über den Hohenwartestausee. Die alte Stahlverbundbrücke war gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt und nicht wieder aufgebaut worden. Das Tauziehen um den Neubau der Brücke währt nun schon 16 Jahre. Hartmut Holzhey, der ehemalige parteilose Landrat des Kreises Saalfeld-Rudolstadt, engagiert sich von Anfang an mit Herzblut für das Projekt. Unabhängig von Parteizugehörigkeiten will er alle Beteiligten an einen Tisch bringen, damit die strukturschwache Region rund um den Stausee endlich wieder eine funktionsfähige Verkehrsader erhält, die den Anwohnern lange Umwege erspart.

Seit einigen Jahren hat der Bund nun eine finanzielle Unterstützung von 7,1 Millionen Euro zugesagt. Dem Brückenbau steht nun eigentlich nur noch eins im Wege: Grüne-Fahrradwege-Ideologie.

Denn zwei Bauvorschläge konkurrieren miteinander: Die Errichtung einer soliden, kostengünstigeren Stahlverbundbrücke mit absehbarem Wartungsaufwand, die auch für den täglichen Pendlerverkehr geeignet wäre. Schwerlastverkehr ist dabei ausdrücklich nicht eingeplant, um die umliegenden Ortschaften LKW-frei zu halten. Favorisiert vom Land wird jedoch eine Hängebrückenkonstruktion, die nicht nur einige Millionen Euro mehr an Baukosten verschlingen wird, sondern ausschließlich von Radfahrern genutzt werden soll. Lediglich Krankentransporte oder andere Einsatzfahrzeuge werden eine Sondergenehmigung erhalten. Zurecht sprechen die Befürworter der Stahlverbundbrücke von einem »Schildbürgerstreich«, denn die Region wäre zwar um ein Prestigeprojekt reicher, der tägliche Autoverkehr aber weiterhin zu langen Umwegen genötigt. Zudem werden Hängebrücken gewöhnlich nur für die Überwindung von Strecken ab 300 Metern gebaut, da sie einen hohen Wartungsaufwand erfordern und eine Herausforderung für Statiker darstellen.

Im letzten Jahr, zur Wintersonnenwende, unternahm Hartmut Holzhey noch einmal einen Versuch, die Idee der Stahlverbundbrücke voranzubringen: 200 Fackeln symbolisierten das Geländer der künftigen Verkehrsverbindung. Doch es steht der Verdacht im Raum, daß der aktuelle Landrat Marko Wolfram (SPD) im Grunde gar keine Brücke vor Ort haben will und deshalb Finanzierungsprobleme nur vorschiebt und Kostenpläne absichtlich teuer ansetzen lässt. Möglich wäre demnach – wie oben schon geschildert – nur der extrem teure, aber nicht effektive Fahrradweg.

Die Thüringer AfD-Fraktion begleitet das Projekt nun schon seit Jahren, hat sich immer wieder für seine Einplanung in den Landeshaushalt eingesetzt. Für uns ist das nicht nur von Interesse, um den Tourismus rund um den beliebten Hohenwarte-Stausee zu fördern, sondern weil wir uns grundsätzlich für die Belange der strukturschwachen Regionen in Thüringen einsetzen. Die Region, so merkt Hartmut Holzhey kritisch an, wird von der Thüringer Politik oft vernachlässigt, weil man sich dort nur wenige Wählerstimmen erhofft. Das kann und darf aber nicht die Motivation bürgernaher Strukturpolitik sein. Die AfD bleibt dran!

Björn Höcke Portrait

Herzlich willkommen auf meinem Blog. Machen Sie sich ein eigenes Bild und lesen Sie aus erster Hand, für welche Werte ich stehe und welche Politik ich umsetzen will.

Jeder Beitrag zählt!
Neueste Beiträge
Icon-Termine_Farbe