Friedland: Ein 16-jähriges Mädchen wird vor den Zug geworfen und stirbt, so lautet die jetzt wahrscheinlichste Sachverhaltsdarstellung des Todes von Liana. Die erste Reaktion der Medien waren Nebelkerzen — allen voran vom Göttinger Tagblatt. Ein Mädchen wurde »vom Zug erfaßt«, hieß es verschleiernd, von einem »Unfall« war die Rede. Die Polizei warnte vor »Falschmeldungen« in den Sozialen Netzwerken und drohte mit Strafverfolgung. Die etablierten Medien transportieren diese Drohung ins Volk. Ein Rad griff ins andere – wie schon oft beobachtet: Denn der mutmaßliche Täter ist ein Iraker. Wie sich nun herausstellt, wurde sein Asylantrag bereits 2022 abgelehnt, doch die Abschiebung wurde einfach nicht vollzogen.
Mit mehreren Identitäten konnte der abgelehnte Asylbewerber dreist unser Sozialsystem mißbrauchen. Ein Medien- und Behördenversagen, wie so oft in der Asylpolitik seit 2015.
Die gebürtige Ukrainerin Liana K. lebte zuletzt in Bad Heiligenstadt — in meinem Kreisverband. Die Mutter wandte sich wegen der offiziellen Berichterstattung verzweifelt an mein Bürgerbüro. Unser Kreisverband gab den Eltern eine Stimme. Diese Gegendarstellung hat medial für Aufruhr gesorgt. Die Wahrheit kommt nur ans Licht, weil die Angehörigen der Opfer sich selbst Gehör verschaffen.
Erst jetzt beginnt eine ernsthafte Aufarbeitung der Geschehnisse. Inzwischen ist das auch bei dem Göttinger Tagblatt angekommen.
Das Göttinger Tagblatt ist Teil der Madsack Mediengruppe, zu der auch das Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) gehört. Die SPD ist die größte Kommanditistin der Verlagsgesellschaft und bestimmt damit auch den politischen Kurs ihrer Publikationen.
Wir bleiben an der Sache dran. Es gibt noch viele Fragen zu beantworten. Liana wird nicht mehr lebendig. Ein junges Leben endete unverhofft und unvollendet — wie schon zu viele. Aber ihre Angehörigen haben das Recht auf Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit.