Über Nacht wurde Stefan Niehoff zu einem Symbol: Er gab den Opfern der Staatswillkür ein Gesicht. Er — und seine an Trisomie leidende Tochter, die verängstigt mit ansehen mußte, wie Polizisten in die Wohnung stürmten, weil er ein Meme gegen einen Politiker teilte. Seit diesem Tag verbindet jeder im Land den Namen Robert Habeck mit »Schwachkopf«. Doch anstatt sich von dieser überzogenen Maßnahme einschüchtern zu lassen, suchte er die Öffentlichkeit.
Und da war etwas, was eine Regierung, die sich in der Arroganz ihrer Macht gegen die eigenen Bürger stellt, nicht einberechnet hatten: Daß ihre Opfer eben genau deswegen viel Zuspruch und Sympathien gewinnen würden. Stefan Niehoff war ein bescheidener, ein guter Mensch. Der ehrlich arbeitete, brav seine Steuern zahlte und in der Bundeswehr seinen Dienst für die Allgemeinheit leistete. Der sich mit rührender Liebe um seine Tochter kümmerte.
Nach dem unwürdigen Trubel um seine Person ist er nun, viel zu früh, mit 65 Jahren, von uns gegangen. Und viele, die ihn persönlich gar nicht kannten, spüren: Er war einer von uns. Und deswegen geht uns sein Tod so nah.






