Verzerrte Wahrheit

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, um welche Dimensionen es hier geht:

  • Voigt plagiierte an 140 Stellen, betroffen waren 102 von 284 Seiten seiner Doktorarbeit. Erschwerend kommt hinzu, daß er Übersetzungsfehler aus Texten übernahm, diese also offensichtlich nicht im Original gelesen hatte.
  • Guérot soll hingegen 19 bzw. 27-mal auf 10 von insgesamt 608 Seiten abgeschrieben haben. Und das in Texten, die mit ihrer Qualifikation für die Professorenstelle nichts zu tun hatten, weil sie erst nach ihrer Ernennung publiziert wurden. Ihre vorab verfaßten Schriften lagen der Universität vor und wurden nicht beanstandet. Dennoch erhielt sie 2023, kurz nach ihrer Ernennung, bereits wieder die Kündigung.

Zum Hintergrund:

In den letzten Tagen konnten wir beobachten, welche Rolle auch die mediale Berichterstattung in der Beurteilung eines Plagiatsfalles spielt: Vor allem die regionale Presse beeilte sich, dem (Noch-)Ministerpräsidenten Voigt hilfreich zur Seite zu springen: Wer die nachgewiesenen Plagiate in seiner Dissertationsschrift öffentlich machte, wurde als »kleinlich« gebrandmarkt, geradezu, als spielte ein »bißchen Betrug« keine Rolle. Die ursprünglichen Untersuchungen von »Plagiatsjäger« Stefan Weber fielen dabei gänzlich unter den Tisch. Es dürfe – so die Thüringer Presse einstimmig – keine Vorverurteilung geben, bevor die Angelegenheit nicht abschließend gerichtlich geklärt sei.

Betrachtet man im Vergleich dazu die Causa Ulrike Guérot, so reichten schon Gerüchte in den Medien aus, um ihre Professorenstelle an der Universität Bonn ins Wanken zu bringen. Ausgerechnet ein Kollege, der Politikwissenschaftler Markus Linden, hatte in einem Artikel der FAZ den Stein ins Rollen gebracht. Zu diesem Zeitpunkt gab es kein wie immer geartetes Gutachten, welches Guérot des Plagiats überführt hätte. An ihrer Dissertation, mit der sie ihre Qualifikation für den wissenschaftlichen Betrieb nachgewiesen hatte, gab es nichts zu beanstanden. Es ging lediglich um sogenannte »science to public«-Texte, mit denen die Hochschulen ihre Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Hier gelten andere Standards.

Politisch war Guérot zu diesem Zeitpunkt allerdings längst angezählt: Mit ihrer Kritik an den Corona-Zwangsmaßnahmen und an den verschleppten Friedensverhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg hatte sie sich Feinde gemacht. Die übten Druck auf die Universitätsleitung aus.

Ulrike Guérot hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt und wurde wegen ihrer politischen Haltung medial unter Druck gesetzt. Das kostete sie auch ohne abschließendes Gutachten die Karriere. Bei Mario Voigt hingegen liegen sowohl die Untersuchungen von Stefan Weber vor – die jeder auf Webers Webseite einsehen und sich ein eigenes Bild machen kann – als auch das Gutachten der TU Chemnitz. Dennoch legt uns die Thüringer Presse nahe, ihm auch weiterhin zu vertrauen. Vertrauen wird hier nicht länger an Leistung und Aufrichtigkeit geknüpft, sondern an die »richtige Haltung«. Erst kürzlich zeigte der Fall Günther, wie skrupellos Medien die Wahrheit verdrehen können – und darauf abzielen, durch ständige Wiederholung »ihre Wahrheit« zur »Wahrheit« in der Öffentlichkeit herbeizureden.

Die AfD-Fraktion wird dagegenhalten. Meinungsmache der Medien darf nicht der Maßstab für das Vertrauen in Mario Voigts Befähigung zum Amt des Ministerpräsidenten sein. In der nächsten Woche werden wir im Plenum diese Vertrauensfrage offen stellen – es wird sich zeigen, wer die Courage besitzt, uns dabei zu unterstützen!

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Herzlich willkommen auf meinem Blog. Machen Sie sich ein eigenes Bild und lesen Sie aus erster Hand, für welche Werte ich stehe und welche Politik ich umsetzen will.

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