1000 Folgen »Kontrafunk«

Freie Medien sind extrem wichtig — das zeigt sich um so deutlicher, je professioneller und vielfältiger die freie Medienlandschaft wird. Unzählige Skandale, die unsere Obrigkeit gerne unter den Teppich kehren würden, wurden durch ihre unabhängige Recherchen zum Politikum. Die neuen freien Medien sind nicht nur ein Korrektiv zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunk — inzwischen ersetzen sie ihn sukzessive, denn die Staatsmedien versagen regelmäßig als »4. Gewalt«.

Das wurde im Zusammenhang mit der Corona-Politik auf besonders bittere Weise deutlich. Dieser Zivilisationsbruch war auch die Geburtsstunde des Kontrafunk.

Heute strahlt der kleine Radiosender seine tausendste Folge aus.

Inzwischen erreichen er 8,5 Mio. Hörer im Monat. Neben aktuellen Nachrichten bereichert Kontrafunk die Hörer auch mit einem tiefgründigen Bildungsangebot, wie beispielsweise den Formaten »Der Rechtsstaat« und »Audimax«. Ich habe gelegentlich auf besonders hörenswerte Beiträge hingewiesen.

Eine Besonderheit des Senders ist die Tatsache, daß sich hier viele erfahrene ehemalige Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunk sammeln. Es treffen sich der frühere Tagesschau-Hauptstadtkorrespondent Frank Wahlig, Peter Hahne vom heute-journal oder Volker-Andreas Thieme. Letzterer war Moderator beim Deutschlandfunk, bei dem auch Burkhard Müller-Ullrich früher gearbeitet hat. Um nur einige zu nennen …

Die Professionalität merkt man sofort, obwohl das Projekt noch immer verhältnismäßig klein ist. Und die Liste der Gesprächspartner ist wirklich beeindruckend! Kontrafunk legt wert auf seine finanzielle Unabhängigkeit. Hier gibt es keinen großen Geldgeber im Hintergrund, was bei NIUS immer für Spekulationen über parteipolitische Vorgaben sorgt. Das setzt aber voraus, daß die Hörer, denen »die Stimme der Vernunft« am Herzen liegt, freiwillig etwas zur Finanzierung beitragen.

Obwohl sich Kontrafunk eindeutig positioniert, ist Burkhard Müller-Ullrich stets darauf bedacht, ein ausgewogenes Programm zu senden und bei Streitthemen auch immer Gegenstimmen ihren Platz einzuräumen. Das zeigt sich aktuell auch wieder bei der kontroversen Einschätzung des Irankrieges — obwohl der Sender eine Grundsympathie mit den USA vertritt:

»Allerdings beten wir unsere Überzeugungen nicht jeden Tag herunter. Wir führen innerhalb der Redaktion ständig Diskussionen um die richtige Haltung. Wir bringen auch konträre Stimmen zu Gehör und sind somit diverser aufgestellt als die meisten publizistischen Mitbewerber.«
— Burkhard Müller-Ullrich

Das fordert allerdings auch einen Teil der Hörerschaft heraus. Kritisch merkt Burkhard Müller-Ullrich an:

»… daß viele Menschen nur noch Medien ertragen, die ihr Weltbild hundertprozentig bestätigen. Gegenüber dem Kontrafunk führt das manchmal zu einer in geradezu herrschendem Ton formulierten Anspruchshaltung, wir hätten dies oder jenes zu tun oder zu lassen, sonst würde man uns mißtrauen und verachten«.

Das ist eine Tendenz, die auch ich zunehmend beobachte: Die stetigen Anfeindungen von außen und oder zwischen Rivalen führt zu einer besonderen Empfindlichkeit — und letztlich zu einer Lagerbildung. Diese Wagenburgmentalität darf nicht überhand nehmen, bei aller Grundsatzreue müssen wir uns die Bereitschaft erhalten, die eigenen Positionen von Zeit zu Zeit zu hinterfragen. Ich teile bei weitem nicht alle Positionen, die beim Kontrafunk gesendet werden — aber mir gefällt der transparente und offene Stil, mit der dieser Sender die Debatte belebt. Dieser Sender ist ein echter Gewinn für alle Kritiker des politischen Machtkartells!

Björn Höcke Portrait

Herzlich willkommen auf meinem Blog. Machen Sie sich ein eigenes Bild und lesen Sie aus erster Hand, für welche Werte ich stehe und welche Politik ich umsetzen will.

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