Steine gegen Panzer: Sie wußten, daß sie nicht gewinnen konnten. Und doch gingen an diesem 17. Juni 1953 über eine Million Menschen in mehr als 700 Städten und Gemeinden der DDR – Arbeiter und einfache Bürger – auf die Straße. Aus lokalen Streiks gegen erhöhte Arbeitsnormen wurde in wenigen Stunden ein Volksaufstand. Sie forderten freie Wahlen und den Rücktritt des SED-Regimes. Sie demonstrierten für die Einheit ihrer geteilten und besetzten Nation.
Sowjetische Truppen schlugen den Aufstand nieder. Mindestens 55 Menschen starben – darunter sieben Minderjährige. 34 wurden von Soldaten und Volkspolizisten erschossen. Sowjetische Standgerichte verhängten mindestens 18 Todesurteile, sieben Menschen wurden hingerichtet. Bis zu 15.000 wurden verhaftet, rund 1.800 verurteilt. Für viele bedeutete die Beteiligung an diesem Aufstand Zuchthaus.
Der Aufstand konnte noch einmal in Blut erstickt werden, aber damit wurde der ganzen Welt klar, daß es sich bei der DDR um eine Unrechtsherrschaft handelte, der jegliche demokratische Legitimation fehlte. Die Kluft zwischen Obrigkeit und Volk blieb bis 1989 bestehen.
In der alten Bundesrepublik wurde dieser 17. Juni als nationaler Gedenktag begangen – doch der heutigen Regierung ist die Erinnerung daran unangenehm geworden. Denn es ist wieder so weit, daß die Obrigkeit dem Volk mißtraut. Die Freiheit wird einem nie geschenkt. Wir wissen heute aber, daß ein friedlicher Protest auf lange Sicht zum Erfolg führen kann. Deswegen wollen wir die Erinnerung wach halten: An den Volksaufstand von 1953 und an die friedliche Revolution 1989. Für uns ist der 17. Juni der Höhepunkt des Stolzmonats.






