Steigende Beiträge, längere Wartezeiten, weniger Leistung: Rund 74,5 Millionen Menschen sind in Deutschland gesetzlich krankenversichert. Sie finanzieren durch ihre Beiträge ein System mit Gesamtausgaben von knapp 327 Milliarden Euro im Jahr. Wenn einer der Beitragszahler selbst krank wird, offenbart sich, wie marode die Infrastruktur inzwischen ist. Im Schnitt muß der gesetzlich Versicherte 42 Tage auf einen Facharzttermin warten. Das sind fast zehn Tage mehr als noch 2019. »Im Schnitt« – das bedeutet für einige, deutlich länger ausharren müssen: Jeder vierte GKV-Versicherte wartet sogar länger als einen Monat, jeder zehnte über drei Monate.
Wer es sich leisten kann, versichert sich privat – doch auch hier stehen uns in nächster Zeit drastische Beitragserhöhungen bevor. Bald werden sich viele Privatpatienten das im Alter nicht mehr leisten können.
Auch in der Pflege soll gespart werden, etwa durch die Streichung des Pflegegrads 1, der Menschen mit leichten Beeinträchtigungen die Finanzierung kleiner Alltagserleichterungen ermöglichen sollte. Ab 2028 wird zudem die Mitversicherung des nicht berufstätigen Ehepartners stark eingeschränkt – bei einem Bruttoeinkommen von 4000 Euro fallen so monatliche Mehrkosten von etwa 100 Euro an. Ein weiteres Loch in der Haushaltskasse.
Wir haben längst eine Dreiklassenmedizin, von der am meisten eine ganz besondere Gruppe profitiert: Asylbewerber. Leistungen für Asylbewerber werden vollständig vergütet – ohne Mengen- und Fallzahlbegrenzung, ohne Abstaffelung. Für den niedergelassenen Arzt bedeutet das: Ein GKV-Patient fällt ins gedeckelte Regelbudget, ein Asylbewerber nicht. Ärzte verdienen also mehr an der Versorgung von Menschen, die nie in das Gesundheitssystem eingezahlt haben. Und das bezahlen die GKV-Versicherten jährlich mit 12 Milliarden Euro von ihren Beiträgen.






