Monatelang hüllte sich die Bundesregierung in dröhnendes Schweigen: Noch immer ist unklar, was Kanzler Scholz über die Anschläge auf die NordStream-Pipelines und die Verursacher weiß. Von Anfang an stand immer wieder der Verdacht im Raum, die USA könnten die Gasleitungen gesprengt haben – und ausgerechnet aus den USA selbst kommt nun ein Essay, das diesen Verdacht stützt. Der Verfasser ist Seymour Hersh, ein Veteran des investigativen Journalismus, dessen Wort durchaus Gewicht hat. Als junger Journalist half er bereits, die »Watergate«-Affäre aufzuklären und berichtete kritisch über den Vietnam-Krieg.
Hersh stellt die klassische Ermittlerfrage nach Motiv und Gelegenheit. Auch wenn er keinen Beweis in Form von schriftlichen Aufzeichnungen vorlegen kann, trägt er eine überzeugende Indizienkette zusammen, welche eine Spezialoperation des US-Geheimdienstes CIA nahelegt. Deutschland als Dreh- und Angelpunkt günstiger russischer Gaslieferungen für Europa war der Regierung Biden schon lange ein Dorn im Auge – was der Präsident auch häufig öffentlich kundtat. Die damit verbundene wirtschaftliche Nähe zu Russland wird von den USA als strategischer Nachteil für die NATO gewertet – und soll, auch aufgrund eigener Interessen, in eine Abhängigkeit von den eigenen Flüssiggas-Lieferungen ersetzt werden. Dieses Ziel wurde durch die Sprengung der Gasleitungen inzwischen erreicht.
Für eine Taucher-Spezialeinheit wäre es ein Leichtes gewesen, während eines Routine-Manövers der US-Flotte entsprechende Sprengsätze an den Leitungen anzubringen, die dann per Fernsteuerung gezündet wurden, so Seymour Hershs These. Natürlich streiten offizielle Stellen in den USA das ab – aber das war nicht anders zu erwarten. Machen Sie sich selbst ein Bild – unter diesem Beitrag finden Sie einen Link zu Seymour Hershs Blog, in dem er eine ausführliche Begründung für seine These vorlegt.
https://seymourhersh.substack.com/p/how-america-took-out-the-nord-stream






