Linksextremistische Terroraufrufe und Bekennerschreiben werden in der Regel auf Indymedia veröffentlicht. Dieses Portal ist so beliebt, weil die klandestinen Strukturen des Netzwerks Straftäter schützt. Das Verbot der deutschen Regionalplattform »Linksunten.Indymedia« brachte das linke Milieu in Wallung:
»Das Verbot bleibt ein durch nichts gerechtfertigter Schlag gegen die Pressefreiheit« — Ulla Jelpke, damalige innenpolitische Sprecherin der Linkspartei im Deutschen Bundestag
Widerstand gegen das Verbot gab es vereinzelt auch aus den Reihen der Jusos.
Kleine Erinnerung: Für Aufsehen sorgte die Verleihung des »Poldi-Awards« an Indymedia Deutschland, dessen Schirmherr Julian Nida-Rümelin (SPD) damals Staatsminister im Bundeskanzleramt war. In der Jury waren neben dem damaligen Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, auch die damalige Staatssekretärin Brigitte Zypries – beide SPD.
Andere prominente SPD-Funktionäre begrüßten das Verbot, jedenfalls dem Lippenbekenntnis nach. Doch als der Internetpranger in der Folge einfach auf de.indymedia verlagert wurde, versiegte der Verfolgungseifer der deutschen Behörden. Lag es an mangelnden technischen Möglichkeiten oder am schwindenden politischen Interesse?
In den USA nimmt man die linksextremistischen Netzwerke in Europa jedenfalls sehr ernst. Auf der neuen Sanktionsliste gegen Terrorunterstützer befindet sich auch »Autistici/Inventati« – ein wichtiger technischer Dienstleister für militante Antifa-Strukturen. Die Gruppe übernimmt Hosting, Verschlüsselung, Anonymisierung und Publikationsplattformen – auch für Indymedia.






