Porzellanmanufaktur Kahla: Nach 182 Jahren endet ein weiteres Stück deutscher Industriegeschichte, das Thüringen einst Weltruhm einbrachte. Zu den Wegbereitern des europäischen Hartporzellans gehörte der gebürtige Schleizer Alchemist J. F. Böttger, der damals im Dienste des sächsischen Kurfürsten stand. Die Porzellanfabrik in Kahla wurde 1844 von Christian Eckardt ins Leben gerufen. Thüringen bot damals günstige Voraussetzungen: reichlich Holz als Brennstoff, Wasserkraft, geeignete Rohstoffe und erfahrene Fachkräfte — außerdem konnte an die Thüringer Glasindustrie angeknüpft werden. In der DDR war das Kombinat Feinkeramik Kahla mit seinem Exporthandel einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes. Mit der Wende kamen die ersten Insolvenzen, nach 1989 wurden ganze Maschinenparks verschleudert. In deutlich kleinerem Rahmen gelang 2020 eine letzte Wiederbelebung — doch die selbstzerstörerische Energiepolitik mit allein 180.000 Euro Gaskosten im Monat brach der Porzellanmanufaktur nun final das Genick.
Eine Tradition vor dem Aus





