Als am 3. April ein US-amerikanisches Kampfflugzeug im iranischen Zagros-Gebirge abgeschossen wurde, waren Hunderte von Soldaten im Einsatz, um ein vermißtes Besatzungsmitglied zu evakuieren. Zwei Spezialtransportflugzeuge wurden bei der Operation zerstört, zwei Hubschrauber gerieten unter Beschuß. War es das wert?
Auch wenn man den Krieg entschieden ablehnt: Hier hat eine Regierung alles aufgeboten, um einen Mann zu retten. Wenn ein Staat bereit ist, Soldaten in einen Krieg zu schicken, sollte diese eine Maxime selbstverständlich sein: Wir lassen niemanden zurück. Das sollte auch in Friedenszeiten gelten — auch für Zivilisten.
Man muß von einer Regierung erwarten können, daß sie alle Möglichkeiten ausschöpft, wenn Deutsche im Ausland in Gefangenschaft geraten. Doch können wir bei dieser Regierung darauf vertrauen?
Eine vollständige Auflistung aller deutschen Geiseln im Ausland sucht man vergebens: Viele Fälle werden aus taktischen Gründen von der Bundesregierung geheimgehalten. Allein zwischen 2010 und 2019 sollen 143 deutsche Staatsbürger in 37 Ländern entführt worden sein. Scheinbar hat deren Rettung nicht immer die oberste politische Priorität:
• Fall Sonja Nientiet:
Die deutsche Krankenschwester fiel 2018 somalischen Islamisten in die Hände. Ein geplanter KSK-Rettungseinsatz wurde 2020 aus politischen Gründen abgebrochen. Im letzten Jahr tauchte ein Lebenszeichen auf, die Bundesregierung bleibt bis heute untätig.
• Fall Billy Six:
Der freie Journalist wurde am 17. November 2018 wegen seiner kritischen Recherchen in Venezuela verhaftet. Das Auswärtige Amt unternahm keinerlei Maßnahmen, um seine Freilassung zu erzwingen. Nach den Bemühungen des AfD-Abgeordneten Petr Bystron setzte sich der russische Außenminister Sergej Lawrow persönlich für die Freilassung des Jornalisten ein — mit Erfolg. Nach seiner Freilassung klagte Billy Six gegen die Untätigkeit der Bundesregierung.
Im Fall der Hamas-Geiselnahme vom 7. Oktober 2023 waren unter den Opfern 14 deutsche Staatsbürger. Die Bundesregierung verhielt sich auffallend zurückhaltend. Zu deren Befreiung konnte sie letztlich nichts beitragen.
Unfähigkeit oder Desinteresse?
Nachdem 1994 belgische Fallschirmjäger deutsche Geiseln in Ruanda retten mußten, wurde speziell für solche Fälle das KSK aufgestellt. Doch bis heute wurden die Kommandosoldaten kein einziges Mal zur Rettung von Zivilpersonen eingesetzt — es scheiterte oft im letzten Moment aus politischen Rücksichtnahmen.
Der Vergleich zu der Empathielosigkeit gegenüber den Opfern der Massenzuwanderung drängt sich auf: Wenn Patriotismus als verdächtig gilt, braucht man auf kein Verbundenheitsgefühl zu hoffen.
Die Verbundenheit zum eigenen Volk ist aber die Grundlage des Amtseids:
»Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden«
— Amtseid des Bundeskanzlers und der Minister
Von dem Jungen in Nagasaki heißt es, er wäre von einem US-Soldaten angesprochen worden, seinen toten Bruder abzulegen, damit er nicht so schwer tragen müsse. Seine Antwort war: »Er ist nicht schwer. Er ist mein Bruder.«
Verbundenheit ist der Maßstab.






