Gedanken zum 3. Oktober

Am 3. Oktober feiern wir die Überwindung der deutschen Teilung. Doch Einheit bedeutet mehr als einen gemeinsamen Staat. Sie verspricht jedem Bürger, gleichberechtigt dazuzugehören, auch wenn er anders denkt oder anders wählt. Diese Erkenntnis scheint heute gerade bei der Obrigkeit in Vergessenheit geraten zu sein. Sie reden von »ihrer« Demokratie, aber sie fordern einen ideologischen Konsens ein. Sie reden von »Vielfalt«, doch sie verfolgen abweichende Meinungen. Sie beklagen die Spaltung der Gesellschaft, doch selbst der Bundespräsident will keine Brücken bauen und führt in salbungsvollen Reden das Wort nur für die Parteigänger der eigenen Sache.

Sie haben Angst vor dem Volk. Und sie meiden die Fahne, die 1989 voller Freude geschwenkt wurde — dabei steht gerade Schwarz-Rot-Gold für das Verbindende. Vielleicht liegt gerade darin eine besondere Schönheit unserer Fahne: Drei Farben stehen gleichberechtigt neben einander und bilden nur zusammen eine Einheit. Einheit – das bedeutet hier nicht Gleichförmigkeit; Verschiedenheit nicht Zerfall; und Freiheit bedeutet nicht Bindungslosigkeit.

Ein freies Gemeinwesen hält unterschiedliche Menschen, Regionen, Überzeugungen und Lebensentwürfe aus. Was sie verbindet, ist nicht, daß sie in allem gleich denken müssen, sondern daß sie sich als Teil eines gemeinsamen Ganzen begreifen.

Wir brauchen keine Regenbogenfahnen mit immer neuen, phantasiereichen Ergänzungen: Im Grundgesetz werden die Minderheitenrechte immer mitgedacht. Schwarz-Rot-Gold steht heute für einen Rechtsstaat und die Farben wurden in unserer Geschichte zum Symbol einer Bewegung, die nationale Einheit mit Verfassung und Freiheitsrechten verbinden wollte. Was stört jene daran, die sich heute — vom verschmähten Volk fürstlich ausgehalten – lieber mit anderen Fahnen schmücken? Warum flüchten sich so viele in immer neue Scheinidentitäten? Es liegt wohl daran, daß die leuchtende Trikolore immer auch ein Zeichen der deutschen Identität war: Einem Zusammengehörigkeitsgefühl, das bereits die Herzen beseelte, bevor es den deutschen Nationalstaat gab.

Björn Höcke Portrait

Herzlich willkommen auf meinem Blog. Machen Sie sich ein eigenes Bild und lesen Sie aus erster Hand, für welche Werte ich stehe und welche Politik ich umsetzen will.

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